Nachhaltige Gemeindeentwicklung
Wir von Bündnis 90/Die Grünen stehen für einen gerechten Umgang mit allem, was uns umgibt. Die Erde soll auch unseren Kindern und kommenden Generationen als Lebensgrundlage dienen. Wir wollen die großen Herausforderungen unserer Zeit, wie z.B. dem Artenrückgang und den Klimawandel in der Gemeinde Algermissen aktiv und konsequent entgegentreten und die dafür notwendigen Maßnahmen beherzt gestalten. Dabei ist es uns wichtig ökologische, soziale und wirtschaftliche Interessen in Einklang zu bringen, um die Lebensverhältnisse langfristig tragbar zu machen. Alle staatlichen Ebenen sind in der Pflicht zu handeln. Wir befinden uns auf dem Weg zur nachhaltigen Gesellschaft, welche die Folgen Ihres Handelns in den Fokus nimmt. Nachhaltige Gemeindeentwicklung bedeutet in diesem Zusammenhang, auf allen kommunalpolitischen Ebenen die Weichen so zu stellen, dass die verschiedenen Nachhaltigkeitsziele erreicht werden.
Unser Programm gibt es auch in kurz und einfacher Sprache:
Unsere Themen

Mobilität & Verkehr
Mobilität
Die Anbindung der Ortsteile untereinander und der Gemeinde an das Umland, sowie die innerörtliche Verkehrssituation wirken sich im besonderen Maße auf die Lebensqualität aller Bürger*innen aus. Gleichzeitig ist der Mobilitätssektor der einzige Bereich, in dem die Treibhausgasemissionen seit 1990 nicht reduziert worden sind. Deshalb ist die Verkehrspolitik eines der größten politischen Handlungsfelder.
Rad und Fußverkehr
Das Leitbild der ausschließlich autogerechten Gemeinde gehört ins Museum. Nicht der aktuelle, sondern der zukünftig zu erwartende Mobilitätsmix muss Grundlage der verkehrlichen Erschließung und des Ausbaus der Infrastruktur sein. Wir streben dabei eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer*innen an.
Für die Förderung des Radverkehrs und des Verkehrs mit Elektrokleinstfahrzeugen bedeutet das:
- Die Investitionen in den Erhalt und den Ausbau der Radwege müssen erheblich gesteigert und die dafür zuständigen personellen Ressourcen in der Verwaltung – auch für deren Pflege – müssen ausgebaut werden.
- Planung und Ausbau der Radwege müssen aktuellen und zukünftigen Verkehrsaufkommen und Verkehrsmitteln gerecht angepasst werden (Lastenräder, Fahrradanhänger, Segways, etc.).
- Der Radverkehr braucht eine klare Entwicklungsperspektive! Daher fordern wir unter Beteiligung der Bürger*innen und der Verbände die Erarbeitung eines Radverkehrskonzeptes, welches sowohl den innerörtlichen Verkehr, den Verkehr unter den Ortschaften der Gemeinde sowie auch den Verkehr in die größeren Städte berücksichtigt.
- Es sollten Fahrradparkplätze insbesondere an stark frequentierten Orten, an Haltestellen und in dicht besiedelten Wohngebieten ausgebaut werden. Die Orte sind so zu wählen, dass sie eine bestmögliche Vernetzung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gewährleisten und so zu Mobilitätsstationen ausgebaut werden können, welche zur optimalen und attraktiven Verknüpfung mit den anderen Verkehrsmitteln dienen.
- Wo der Autoverkehr an viel befahrenen Straßen mit mehr als 30 km/h unterwegs ist, wollen wir einen separat geführten Fahrradweg oder einen ausgewiesenen, ausreichend breiten Fahrradstreifen realisieren – nötigenfalls auch durch Rückbau einer Fahrspur für den motorisierten Verkehr.
- Die Möglichkeiten zur Trennung von Auto- und Radverkehr durch Festlegung innerörtlicher Neben- oder Wohnerschließungsstraßen zu Radstraßen inkl. Vorfahrtsregelungen an Kreuzungen sollen als Alternative geprüft werden.
- Fahrradwege sind im Winter zumindest genauso zügig wie Straßen zu räumen. Auch Alltagsradwege abseits von Straßen müssen beleuchtet werden – hier setzen wir auf intelligente, mit Bewegungsmeldern gesteuerte Beleuchtungen.
- Damit auch Mitarbeiter*innen der öffentlichen Verwaltung für erforderliche dienstliche Fahrten das Fahrrad nutzen können, wollen wir ihnen Diensträder zur Verfügung stellen. Zudem wird den Mitarbeiter*innen die Möglichkeit gegeben, über das Programm „Jobrad“ Fahrräder zu leasen.
Das Zu-Fuß-Gehen ist die Wiege der Mobilität und zugleich die einfachste, effektivste und kostengünstigste körperliche Bewegung. Mit keinem Verkehrsträger können zeitlich so viele Menschen bewegt werden wie beim Gehen. Zu Fuß gehen braucht attraktive Gehwege. Deshalb wollen wir:
- ein Fußverkehrskonzept in die verkehrliche Planung integrieren. Dabei kommt es nicht zuletzt auf den Wohlfühlfaktor des öffentlichen Raumes an: Mit Grünstreifen in Abgrenzung zur Fahrbahn, Baumreihen, Bänken, etc.
- zur Stärkung der Sicherheit prüfen, wo zusätzliche Mittelinseln, Zebrastreifen oder Bedarfsampeln sinnvoll und notwendig sind.
- dass an unübersichtlichen Kreuzungen und an Ortseingängen durch bauliche Maßnahmen, wie z. B. Verschränkungen, die real gefahrene Geschwindigkeit reduziert wird.
Den Öffentlichen Nahverkehr ausbauen
Bündnis 90/ Die Grünen stehen für die Förderung, Optimierung und den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Darunter verstehen wir Mobilitätsangebote, die allen Menschen allgemein zugänglich und kostengünstig zur Verfügung stehen. Ein leistungsfähiger ÖPNV ist das Rückgrat nachhaltiger Mobilität.
- Wir wollen das Fahrplan-Angebot insbesondere an den Wochenenden und in den Abendstunden attraktiver gestalten.
- Grundsätzlich soll die Möglichkeit bestehen in Bahnen und auch in den Bussen Fahrräder mitzunehmen.
- Wir wollen den Erhalt der Buslinie 330 Lühnde-Kronsberg.
Den motorisierten Individualverkehr nachhaltiger machen
Insbesondere im ländlichen Raum wird dem motorisierten Individualverkehr auch weiterhin eine erhebliche Bedeutung zukommen. Um diesen nachhaltiger zu machen wollen wir:
- das Park & Ride-Angebot ausbauen, um den Bürger*innen aus dem weiteren Umland zu ermöglichen, ihr Auto am Bahnhof stehen zu lassen und mit Öffentlichen Verkehrsmitteln in die6 Stadt zu fahren,
- Mobilitätsstationen für Fahrräder und e-Bikes (z.B. mit Pumpe, Schlauchautomat, Trinkwasserhahn…) einrichten,
- grundsätzlich Tempo 30 innerorts (ausgenommen verkehrsberuhigte Bereiche), mindestens abseits der Durchgangsstraßen, einführen,
- ein Carsharing-Angebot etablieren und in Wohngebieten Carsharing-Konzepte direkt mit einplanen, um die Anzahl bzw. die Größe der privaten PKW zu reduzieren,
- den notwendigen Umfang der öffentlichen Ladeinfrastruktur überprüfen, gegebenenfalls Anreize zum Ausbau setzen und Hemmnisse für den Ausbau öffentlicher Ladesäulen abbauen,
- neue Fahrzeuge für die Kommune nur noch mit klimaneutralen Antrieben anschaffen, soweit diese verfügbar sind.

Familie & Bildung
Bildung
Bildung ist die Voraussetzung für selbstbestimmtes Leben und Teilhabe am Gesellschafts- und Berufsleben – ein ganzes Leben lang. Jedes Kind, jeder Mensch hat das Recht, dass ihm alle Bildungschancen offen stehen und ihm optimale Bildungschancen bereitgestellt werden. Bildungspolitik ist zwar in erster Linie Ländersache, die Gemeinde steht als Träger aber in der Verantwortung, für die räumliche und sächliche Ausstattung der Schulen, für ein gutes Kita- und Krippenangebot, für die strategische Schulentwicklungsplanung und für die Bildungsberatung.
KiTa und Krippe
Der Stellenwert von KiTa und Krippe hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Die Inanspruchnahme der frühkindlichen Bildungsangebote ist mittlerweile deutlich gestiegen, sodass diese heutzutage von einem Großteil aller Kinder genutzt werden. Vielfältige Bildungs- und Entfaltungsmöglichkeiten sind für Kinder in dieser Lebensphase prägend. Zudem ermöglichen wohnortnahe Angebote und flexible Betreuungszeiten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Auch haben KiTa und Krippe einen gesetzlich festgelegten Bildungsauftrag, der insbesondere beim Übergang von der KiTa zur Schule zum Tragen kommt. Wir setzen uns dafür ein, dass
- das Angebot an hochwertigen KiTa- und Krippenplätzen zügig bedarfsgerecht ausgebaut wird, wobei die Kapazitäten für Ganztagesbetreuungsplätze in KiTa und Grundschule (auch Pädagogischer Mittagstisch) aufgestockt werden
- Kitas eine gute Personalausstattung mit qualifizierten Erzieher*innen haben (Fachkraft-Kind-Schlüssel 1:8); angesichts des massiven Fachkräftemangels müssen unsere Kitas deshalb ein attraktiver Arbeitsplatz sein; dazu gehören auch gut ausgestattete Personalräume.
- die personellen Kapazitäten der KiTas dem Bedarf angepasst werden und ein Mechanismus etabliert wird, wie die Gemeinde die „verlässliche KiTa“ einführt.
- die die Gemeinde Algermissen aktiv Erzieher*innen ausbildet und sich bemüht den Anteil männlicher Erzieher zu erhöhen, sodass in puncto Rollenvorbilder Vielfältigkeit besteht.
- ein inklusives und barrierefreies Lernen in allen Kitas möglich ist.
- Tagespflegepersonen als vollwertige Betreuung anerkannt und bezahlt werden sowie den Eltern das Wahlrecht zwischen Tagespflege und Krippe erhalten bleibt. Nur so kann es gelingen, auch Personen außerhalb von Teilzeitstellen, in Schichtarbeiten und außerhalb üblicher Bürozeiten Betreuungsplätze anzubieten.
- Die Verpflegung in den Einrichtungen soll ausgewogen, gesund und nach Möglichkeit regionalen Ursprungs und aus ökologischem Anbau sein; vegetarische und vegane Ernährung soll möglich sein.
Außerdem wollen wir GRÜNEN die Einrichtungen dabei unterstützen,
- die Bildung für nachhaltige Entwicklung zu stärken und Umweltbewusstsein zu schaffen.
- demokratische Bildung der Kinder durch gelebte Demokratie zu fördern,
Nicht erst durch die Corona-Pandemie kommt den digitalen Kommunikationskanälen auch im KiTa-Bereich eine wichtige Bedeutung zu. Wir Grünen setzen uns dafür ein, dass …
- die Kommunikation zwischen Kindertagesstätten und Elternhäusern auch durch den Einsatz digitaler Medien erfolgt (z.B. Kita-Info-App), sodass Informationen zuverlässig und unkompliziert ausgetauscht werden können.
- der Internetauftritt der kommunalen KiTas verbessert wird, indem dafür Sorge getragen wird, dass er aktuell gehalten wird.
- die nötigen finanziellen und personellen Ressourcen für Administration und Support der digitalen Infrastruktur bereitgestellt werden, diese Tätigkeiten können nicht für die in Erziehungseinrichtung Arbeitenden on top kommen.
Gleichstellung
Gleichstellungspolitik ist ein Querschnittsthema. Jeder Mensch in seiner Individualität ist gleich an Würde, die Bedürfnisse aller Menschen gilt es angemessen zu berücksichtigen. Wir lehnen die Orientierung an einem Norm-Menschen ab und fordern Gendersensibilität als Norm für alle Entscheidungen, die auf Menschen Einfluss nehmen, d.h. als Norm für ALLE politischen Entscheidungen.
Daher wollen wir, dass kommunalpolitische Entscheidungen erst ergehen, wenn verschiedene gleichstellungspolitische Fragen beantwortet wurden, um ggf. im Sinne der Gleichstellungspolitik nachsteuern zu können.
- Dafür wollen wir einen Fragenkatalog mit gleichstellungspolitischen Prüfsteinen für alle Entscheidungsprozesse etablieren. (Auf welche Zielgruppe ist die Maßnahme ausgerichtet? Welche Personengruppen sind unmittelbar oder mittelbar betroffen? …)
- Um die Gleichstellung in der Kommunalpolitik voranzutreiben, sollen Menti-Programme initiiert werden, die sich an bisher unterrepräsentierte Personengruppen richten.
- Wir pflegen einen sprachsensiblen Umgang und wollen diesen fördern.
Schule
Ziel muss es sein, Schulen für kompetenzorientiertes Lernen und zur Bildung für nachhaltige Entwicklung zu befähigen. Kompetenzorientiertes Lernen ist die Grundlage für eine zukunftsfähige Entwicklung jedes Einzelnen und unserer Gesellschaft insgesamt. Darum wollen wird die Schulen weiterhin dabei unterstützen, die notwendigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen und zu erhalten. Auch ist es eine wichtige Aufgabe, dass alle Schüler*innen Nachhaltigkeit lernen. Alle Schüler*innen sollen darin unterstützt werden, die Folgen ihres eigenen Handelns zu verstehen und abzuschätzen: hinsichtlich ihres eigenen Lebens und hinsichtlich der (Welt-)Gemeinschaft. Folgende Strukturen müssen daher gestärkt bzw. geschaffen werden:
Schulen als nachhaltige Lern-Orte
- Damit Kinder den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen lernen und dieses Verhalten auch in ihren eigenen Alltag integrieren können, ist es wichtig, dass sie nicht nur theoretisch lernen, was nachhaltiges Handeln ausmacht. Einrichtungen, wie Schulen und Kitas, können sie dabei unterstützen und als Vorbild fungieren.
- Konzepte, wie beispielsweise die „Zero Waste Schule Köln“, helfen hierfür den Weg zu bereiten. Derartige Konzepte sehen vor, dass möglichst wenig Verpackungsmaterial in der Mensa, aber auch im Unterricht verwendet wird.
- Zu einem nachhaltigen Lern-Ort gehören auch ansprechende Lernräume, Ruhezonen, Pausenbereiche für bewegtes Lernen, bewegte Pause und Mittagspause. So wie es mit dem Mensa-Neubau der Grundschule Algermissen bereits umgesetzt wurde.
- Die Verpflegung in den Schulen soll ausgewogen, gesund und nach Möglichkeit regionalen Ursprungs und aus ökologischem Anbau sein; vegetarische und vegane Ernährung soll möglich sein.
- BÜNDNIS 90/Die Grünen wollen Schulen motivieren und dabei unterstützen Konzepte zu entwickeln, um Sport zu einem wesentlichen Bereich des Schulalltags zu machen.
Digitale Medien
- Der kontinuierliche Ausbau und die zuverlässige Pflege der digitalen Infrastruktur muss gesichert werden, darum brauchen die Schulen Unterstützung durch Systemadministrator*innen bei Einrichtung und Pflege der digitalen Infrastruktur.
- Der Medienentwicklungsplan muss zügig umgesetzt werden.
Differenzierung unterstützen und dadurch Bildungsgerechtigkeit ermöglichen
- Dafür müssen Differenzierungsräume geschaffen werden.
- Ein gutes Förder- und Forderangebot im Regelunterricht sowie Ganztagsbereich ist auf eine gute Materialausstattung angewiesen, darum muss der Etat der Schulen aufgestockt werden, um Lehr- und Lernmittel anschaffen zu können für Differenzierung- und Inklusionsmaterialien.
Inklusion ermöglichen
- Die Inklusion muss ambitionierter vorangebracht werden. Die Ausstattungen in den Schulen müssen dafür in einem ersten Schritt verbessert werden.
- Darüber hinaus müssen sich Kommunen und Kreis beim Land dafür stark machen, dass auch die dringend benötigten Förderschullehrkräfte Teil der Kollegien an den Regelschulen werden. Sie sollen ebenso wie Sozialpädagog*innen Teil jedes Kollegiums sein und so gemeinsam multiprofessionelle Teams bilden.
Schulpädagogische und schulpsychologische Arbeit stärken
- Das Ganztagsangebot wird in Kooperation mit dem Hort bedarfsgerechtes ausgebaut.
- Es werden für die Schulen Stellen im Rahmen des Freiwilligendienstes (BFD, FÖJ, FSJ) seitens des Gemeinde geschaffen. Die Freiwilligendienstler*innen unterstützen die Ganztagsarbeit in den Schulen und erhalten dabei selbst die Möglichkeit zur Berufsorientierung.
Schulentwicklung
Die Gemeinde schafft für ihre Schulen Raum zum Austausch und unterstützt dadurch die Kooperation zwischen den Schulen u.a. zu folgenden Themen:
- Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Demokratische Bildung
- Medienbildung
Lebenslanges Lernen
Wir von Bündnis 90/Die Grünen begrüßen die vielseitigen (Lern-)Angebote für Alle (bspw. im sOfA)
- Wir wollen dieses Angebot erhalten und ggf. bedarfsgerecht ausbauen.
Kommunale Sozialpolitik
Es kann teuer werden, sich unseren Sozialstaat nicht zu leisten, denn er garantiert den inneren Frieden. Dennoch ist es um unseren Sozialstaat schlecht bestellt: In kaum einem Industrieland herrscht eine so hohe Ungleichheit in Bezug auf Einkommen, Vermögen und Chancen wie in Deutschland – und diese Ungleichheit nimmt weiter zu. Wir GRÜNE setzen uns für eine glaubwürdige kommunale Sozialpolitik ein, die barrierefreie Teilhabe für Alle ermöglicht, Armut bekämpft und dazu beiträgt, dass das Zuhause bezahlbar bleibt.
Auch in der Jugendförderung wollen wir GRÜNE uns stark machen und Angebote und Begegnungspunkte in der ganzen Gemeinde fortführen und ausbauen. So unterstützen wir den Jugendbeirat und nehmen die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ernst.
Auch in der Jugendförderung wollen wir GRÜNE uns stark machen und Angebote und Begegnungspunkte in der ganzen Gemeinde fortführen und ausbauen. So unterstützen wir den Jugendbeirat und nehmen die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ernst.
Jugendpflege
Das Angebot der Jugendpflege richtet sich an Kinder und Jugendliche. Dabei geht sie auf unterschiedliche Bereiche ein. Bündnis 90/Die Grünen treten für eine Stärkung der Jugendpflege ein:
- Wir setzen uns dafür ein, das bestehende Jugendpflegeangebot zu erhalten und für die Zukunft sowohl inhaltlich als auch personell wie räumlich auszubauen.
- Die BFDler*innen unterstützen bereits die Arbeit der Jugendpflege und erhalten auf diese Weise selbst eine Möglichkeit zur Berufsorientierung.
- Mit dem Kinder- und Jugendbeirat wird die demokratische Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ernstgenommen; das ist gut und wichtig und darf noch mehr Aufmerksamkeit und Gehör bekommen.
- Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen den Jugendpflege-, Jugendhilfe-Bereichen und den Bildungs- und Erziehungseinrichtungen stärken und wo nötig ausbauen.
- Wir begrüßen, dass Unterstützungsangebote aus dem Bereich der Jugendhilfe (z.B. Erziehungsberatungsstelle des Landkreises) seit einiger Zeit auch dezentral vor Ort angeboten werden.
Offene Gesellschaft – Eine Gemeinde für ALLE
Wir GRÜNEN setzen uns ein für eine freie, eine weltoffene und vielfältige Gesellschaft und wir stehen an der Seite der zivilgesellschaftlichen Initiativen im Kampf gegen Rassismus und rechte Gewalt. Bei der Kommunalwahl 2021 kommt es auch darauf an, dass unsere Gemeinde nicht nach rechts abdriftet. Menschenfeindlichkeit und rechte Hetze haben bei uns nichts zu suchen.
Wir wollen generationenübergreifende Kommunikation, gemeinschaftliche Zusammenarbeit und mehr Begegnungspunkte schaffen, um alle Menschen aktiv in das Gemeindeleben mit einzubeziehen. In diesem Zusammenhang fördern wir ein gutes Miteinander der Menschen, die schon länger hier leben und derer, die neu zugezogen und zugewandert sind.
- Wir GRÜNEN leben eine offene Willkommenskultur und stehen für ein friedvolles Zusammenleben. Algermissen soll ein sicherer Hafen und ein sicheres zu Hause sein. Wir fordern eine klare antirassistische Grundhaltung auf allen Ebenen.
- Dabei ist „Algermissen ist BUNT – für Demokratie und Toleranz“ ein demokratieförderndes Projekt der Jugendpflege, Jugendfeuerwehr und des Jugendrotkreuzes, ein wichtiger Baustein.
- Das SofA bildet als Mehrgenerationen-Treffpunkt eine zentrale Infrastruktur, dessen vielfältiges Angebot (u.a. der VHS) erhalten und ausgebaut werden sollte.
- Die Algermissener Gemeindepartnerschaft mit der polnischen Gemeinde Kijewo Królewskie ermöglicht Begegnungs- und Austauschpunkte und bereichert das gemeinschaftliche Leben in Algermissen.
- Auch der öffentliche Raum soll Begegnungspunkte bereithalten.
Barrierefreiheit
Nicht nur Gebäude und öffentliche Plätze, Verkehrsmittel und -wege auch öffentliche Informationen und Kommunikationsmittel sollen so gestaltet sein, dass sie für alle ohne fremde Hilfe zugänglich sind. Denn nur so können alle am kulturellen und politischen Leben gleichermaßen teilhaben. Auch nutzt Barrierefreiheit allen: Menschen mit und ohne Behinderung, Senioren, Kindern, Eltern und Menschen, die nur vorübergehend in ihrer Mobilität eingeschränkt sind (z. B. ein Türöffner an der Eingangstür des Rathauses).
Wir von Bündnis 90/Die Grünen fordern Barrierefreiheit mehr in den Blick zu nehmen:
- Wir fordern das Einrichten eines Behinderten- und Inklusions-Beirates, der die Entscheidungsträger*innen dabei unterstützt.
- Wir fordern ein engagierteres Vorantreiben der Barrierefreiheit für die kommunalen Informations- und Kommunikationskanäle (z.B. Texte in leichter Sprache).

Umwelt & Klima
Umwelt-, Natur- und Klimaschutz
Um das beim Weltklimagipfel 2015 in Paris völkerrechtlich verbindlich vereinbarte Klimaschutzziel zu erreichen, müssen wir bis 2035 klimaneutral sein und unseren Energiebedarf vollständig aus erneuerbaren Energien decken. Wir fordern den Bund und das Land auf, dafür endlich den erforderlichen Rahmen zu setzen. Um das Klimaziel zu erreichen, kommt es jedoch auch auf die Kommunen an.
Deshalb wollen wir:
- Einen Klimavorbehalt für alle politischen und administrativen Maßnahmen der Gemeinde einführen: Alle Satzungen, Maßnahmen und Förderprogramme der Kommune müssen auf ihre Klimaauswirkungen geprüft und bewertet werden. Maßnahmen, die zu einer Verschlechterung der Klimabilanz führen, sind zu unterlassen.
- Ein kommunales Klimaschutzaktionsprogramm erarbeiten und für dessen Umsetzung ein*e kommunale Klimaschutzmanager*in einsetzen, der die Aufgabe zukommt, das Programm umzusetzen und die relevanten Akteur*innen (Immobilieneigentümer*innen, Wirtschaft, Politik und Verwaltung) zu vernetzen und zu beraten. Eine Zusammenarbeit mit den Kommunen der ILEK-Region ist zu prüfen.
- Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung von Investitionen der Gemeinde wird das Instrument der internen CO2-Bepreisung eingeführt, um ein ehrlicheres Abbild der Klimaneutralität des Vorhabens zu betrachten.
- Ein Solarkataster erstellen, um alle für die Nutzung der Sonnenenergie geeigneten bereits über-32 bauten Flächen zu erfassen.
- Über städtebauliche Verträge oder bei der Veräußerung bebaubarer Grundstücke in kommunalem Eigentum für Neubauten grundsätzlich Passivhausstandard oder ökologische Bauweisen festsetzen sowie die Nutzung der Solarenergie auf geeigneten Dachflächen vorschreiben und für die vorhandenen zur Nutzung der Solarenergie geeigneten Dachflächen prüfen, wie dort möglichst schnell möglichst viele neue Anlagen realisiert werden können. Dabei kommt auch eine Verpachtung der Dachflächen in Frage.
- Den Gebäudebestand im Eigentum der Gemeinde bestmöglich energetisch sanieren und auf CO2-freie Energieversorgung umstellen. Die Gemeinde erstellt einen Investitionsplan, der alle öffentlichen Gebäude bis 2035 möglichst klimaneutral betreiben lässt. Wo dies nicht möglich ist, werden Maßnahmen zur CO2-Kompensation ergriffen.
- Durch ein*e Klimaschutzmanager*in die Einwerbung von Fördermitteln koordinieren lassen. Und in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handwerk eine hochwertige und unabhängige Beratung zur energetischen Sanierung und verbesserten technischen Ausstattung des Wohnungs- und Gewerbeimmobilienbestandes installieren.
- Die Zusammenarbeit mit der Klimaschutzagentur Hildesheim ausbauen und über Angebote für Bürger*innen, Vereine und Gewerbe aktiv informieren.
- Zusätzliche geeignete Flächen für die Nutzung der Windenergie unter Beachtung des Natur- und Landschaftsschutzes identifizieren und ggf. als Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie ausweisen. Außerdem werden die sich ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen regelmäßig dahingehend überprüft, ob weitere Windkraftanlage in der Gemeinde möglich sind.
- Zur Finanzierung von Einzelmaßnahmen zum Klimaschutz werden jedes Jahr 10.000 Euro für Vereine oder Institutionen aus dem Gemeindehaushalt zur Verfügung gestellt. Über die Mittelvergabe entscheidet der Klimaschutzbeirat der Gemeinde Algermissen.
- Die Vorgabe der Niedersächsischen Bauordnung, wonach nicht bebaute Flächen begrünt werden müssen, wird umgesetzt.
- Wir setzen uns dafür ein, dass die Grünflächen der Gemeinde ökologisch aufgewertet und gepflegt werden, um damit die Artenvielfalt zu erhalten.
- Wir treten dafür ein, dass sich Algermissen dem bundesweit aus über 270 Städten, Gemeinden und Landkreisen starken Bündnis „Kommunen für Biologische Vielfalt“ anschließt.
Klimagerechte Gemeinde und Wassermanagement
Heiße, trockene Sommer und plötzliche Starkregenereignisse zeigen uns: Der Klimawandel ist längst Realität! Deshalb müssen wir uns über die Vermeidung von CO2-Emissionen hinaus auch auf die Folgen des Klimawandels in unserer Kommune einstellen: Bauen auf der „Grünen Wiese“ zerstört nicht nur den Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten, sondern greift auch durch die Flächenversiegelung in den Wasserhaushalt ein. In den letzten Jahren haben sich klimatische Veränderungen bereits messbar auf die Neubildungsrate des Grundwassers ausgewirkt. Im Sommerhalbjahr nimmt die Neubildungsrate ab, was sich auf die Ökosysteme und Landwirtschaft auswirkt; im Winterhalbjahr nimmt die Neubildungsrate tendenziell zu, sodass durch Vernässung Schäden an Gebäuden entstehen können.
Um zukünftigen Nutzungskonflikten vorzubeugen, muss eine Grundwassermanagement-Strategie entwickelt werden. Besonders geeignet sind in diesem Zusammenhang sogenannte „No-Regret-Maßnahmen“, die auch dann einen Vorteil bringen, wenn die Auswirkungen der Klimaänderungen anders ausfallen als angenommen.
- Dazu gehört u.a. die gezielte Förderung der Grundwasserneubildung bzw. -anreicherung wie etwa die Bereitstellung von dezentralen Versickerungsflächen, die Anpassung der Landnutzung und eine mögliche Erhöhung des Laubbaumbestandes.
- Darum ist vorrangig innerörtliche Verdichtung anzustreben. Eingriffe in den Naturhaushalt müssen vollständig kompensiert werden. Wir wollen für versiegelte Flächen vorrangig andere Flächen entsiegeln und für Baugebiete im Außenbereich grundsätzlich eine Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung durchsetzen.
- Dies soll in der kommunalen Flächenplanung berücksichtigt werden.
- Um eine Bebauung von vernässungsgefährdeten Bereichen zu vermeiden, sollte bei einer Neuinanspruchnahme von Flächen verstärkt auf ein zukünftiges Ansteigen der Grundwasseroberfläche geachtet werden.
Es wird geprüft, inwiefern auf gemeindeeigenen Flächen das Errichten von Wasserspeichern sinnvoll und möglich ist, sodass aus diesem Speicher bspw. öffentliches Grün bewässert werden kann. Ebenso zu prüfen ist die intelligente Nutzung bestehender Regenrückhaltebecken als temporäre Brauchwasserspeicher.
Alle gemeindeeigenen Gebäude, insbesondere das Rathaus, die Schulen und Kindertagesstätten
sind mit ausreichend Sonnenschutz für Räume und Außenflächen auszustatten, damit Mitarbeitende und Kinder in den Hitzeperioden hinreichend geschützt sind.
Feuerwehr und Bauhof sind für den Bevölkerungsschutz insbesondere bei Unwetterereignissen
auszustatten.
Die Pflege der gemeindlichen Grünflächen ist auf die Klimaveränderung anzupassen. Dabei spielt
die Auswahl der Pflanzen ebenso eine Rolle wie der Pflegeaufwand.
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft hat in unserer Gemeinde eine große Bedeutung. Damit das so bleibt, wollen wir unsere Bäuerinnen und Bauern dabei unterstützen, sich an den Bedürfnissen der Verbraucher*innen auszurichten. Unser Leitbild ist der Ökologische Landbau, denn durch den Verzicht auf Pestizide und synthetische Düngemittel wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern es entstehen auch deutlich weniger Treibhausgase. Wir setzen uns dafür ein, dass in den Kindergärten und Schulen ökologisch und möglichst regional erzeugte Nahrungsmittel eingesetzt werden, die landwirtschaftlichen Nutzflächen im Eigentum der Gemeinde bei Neuverpachtung an ökologisch wirtschaftende Betriebe verpachtet werden.
Die Gemeinde lädt zu einer Flächenkonferenz ein, in der alle Flächenbesitzenden beraten über die Bündelung ihrer Ausgleichsflächen und ökologisch wertvollen Ackerrandstreifen zum Zweck einer sinnvollen Habitat-Vernetzung. Hier soll zudem die Einbindung von ortsnahen Ausgleichsflächen (für Siedlungs- und Verkehrsflächen) sondiert werden sowie gemeinsam mit den Landwirt*innen nach Möglichkeiten von langfristigen Anpflanzungen heimischer Gehölze gesucht werden, um das Artenreichtum in der Hildesheimer Börde langfristig wieder zu stabilisieren.

Bauen & Wohnen
Leben in Algermissen
Algermissen ist eine Gemeinde mit hoher Attraktivität. Damit das so bleibt, müssen wir in der Ortsentwicklung noch stärker die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigen. Heiße, trockene Sommer und plötzliche Starkregenereignisse zeigen uns: Der Klimawandel ist längst Realität! Deshalb müssen wir endlich mehr für den Klimaschutz tun, darüber hinaus müssen wir uns auch auf die Folgen des Klimawandels in unserer Kommune einstellen.
Bauen
Die Nachfrage nach Wohnbau ist anhaltend hoch. Um ihr nachzukommen und gleichzeitig sparsam mit den Freiflächen umzugehen, hat für uns die Innenentwicklung absoluten Vorrang vor der Ausweisung neuer Flächen im Außenbereich. Denn dadurch würden wertvolle Landschafts- und Landwirtschaftsflächen verbraucht und mit jeder weiteren Fläche nehmen wir auch zukünftigen Generationen die Chance sich zu entwickeln.
Darum fordern wir:
- Die Ausweisung neuer Baugebiete im Außenbereich wird vorerst ausgesetzt.
- Bauverpflichtungen werden festgesetzt, um Spekulationen mit Bauflächen zu verhindern und eine Nachverdichtung voranzutreiben.
- Überall dort, wo die Gemeinde Einfluss nehmen kann, wird klimaneutrales, nachhaltiges Bauen vertraglich festgeschrieben.
- Bei der Planung neuer Bau-Projekte in der Gemeinde werden die Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Investoren zur Verwendung erneuerbarer Energien voll ausgeschöpft und wenn möglich vertraglich festgeschrieben.
Bebauungspläne werden grundsätzlich mit folgenden Kriterien versehen:
- Bei Neubauten muss eine Solaranlage vorgesehen. Bei ungeeigneten Dachflächen muss ein Dachbegrünung vorgesehen werden, wenn die Dachneigung geringer als 15 Grad beträgt.
- Ausrichtung der Gebäude und Dachneigungen sind geeignet für solare Energiegewinne (Satteldächer Ost/West mit beidseitigen Solaranlagen oder Pultdächer Süd).
- Das auf Dächern und versiegelten Flächen anfallende Oberflächenwasser soll – so weit möglich – ortsnah versickern.
- Es werden Mehrgeschosse dort ermöglicht, wo die Lage und die Größe der Grundstücke es zulässt und keine nachbarschaftlichen Belange dem entgegen stehen.
- Öffentliche und private Grünflächen sind so zu gestalten, dass sie Artenvielfalt und Regenwasserversickerung zulassen und einen wertvollen Beitrag zu Klimaschutz und Klimaanpassungsstrategien leisten. Dabei werden klare Bepflanzungsvorgaben gemacht, die die Einrichtung von Schottergärten rechtlich verbieten.
- Grundsätzlich sollen alle privaten KFZ auf dem eigenen Grundstück auch Platz finden, da künftig die Elektromobilität privates Laden erfordert. In jedem Quartier sind aber auch Stellplätze für Carsharing-Angebote mit E-Ladesäulen vorzuhalten.
- Hier weitet die Gemeinde die Zusammenarbeit mit der Klimaschutzagentur aus und sichert so eine umfassende Beratung aller Bautreibenden in der Gemeinde Algermissen.
Der Landkreis wird angehalten, eine nachhaltige und wiederkehrende Bauüberwachung zu etablieren und die Vorgabenaus den Bauvorschriften entsprechend durchzusetzen (Flächenzahl, Bepflanzung, Dachbegrünung, Regenwasserkonzepte, etc.).
Bezahlbarer Wohnraum für Alle
Die Anforderungen an Wohnraum ändern sich mit der Lebenssituation. Damit die Gemeinde Algermissen für Menschen aller Generationen Heimat sein kann, muss daher auch das Angebot an Wohnraum vielgestaltig sein.
- Je ein Anteil von mindestens 25% sozialer Wohnungsbau, mindestens 25% Mietwohnungsbau werden im Verhältnis zum übrigen Wohnungsbestand in neuen B-Plan-Gebieten festgelegt.
- Die Förderung des sozialen Wohnungsbaus in der Gemeinde Algermissen hat für uns angesichts der begrenzt verfügbaren Flächen einen hohen Stellenwert, um heterogene Bevölkerungsstrukturen in den Quartieren zu entwickeln und Wohnraum für alle Menschen zu schaffen.
Wohnen im Alter
„Mit vielen Generationen einer Familie auf einem Hof wohnen.“ – das prägte das dörfliche Leben bis in 1980er Jahre und teilweise darüber hinaus. Diese sich gegenseitig unterstützenden Strukturen sind nicht mehr selbstverständlich. Dann wenn Familie nicht in der Nähe sein kann, sind es möglicherweise neuen gemeinschaftliche Wohnformen, die es alten Menschen ermöglichen, lange zuhause wohnen zu bleiben. Gleichzeitig erlaubt solch eine Gemeinschaft, Familien mit kleinen Kindern zu unterstützen.
- Wir Grünen in Algermissen möchten derartige Wohnprojekte unterstützen und fordern, bei der Innenentwicklung in den Dörfern genau diese Projekte in den Fokus zu nehmen und Investoren hierzu anzusprechen.
Der Staat unterstützt durch Zuschüsse und Kredite beim Umbau zu barrierefreiem Wohnen.
- Wir möchten, dass die Gemeinde eine entsprechende Beratung zur Förderung des barrierefreien Wohnens und den technischen Möglichkeiten sicherstellt.
Öffentlicher Raum
Der öffentliche Raum muss ansprechend gestaltet sein. Das schafft Lebensqualität und ermöglicht Begegnung und Kommunikation. Voraussetzung dafür ist, dass lärm- und abgasarme und gleichzeitig gesunde Formen der Fortbewegung wie Zufußgehen und Radfahren den notwendigen Raum bekommen. Folgende Punkte sind wichtige Maßnahmen, um dem Klimawandel zu begegnen und die öffentlichen Räume hinsichtlich seiner Folgen anzupassen:
- Zur Verbesserung des Ortsklimas und der Aufenthaltsqualität wollen wir an allen geeigneten Stellen im öffentlichen Raum großkronige Bäume erhalten und pflanzen. Auf Parkplätzen und Einstellflächen muss grundsätzlich ein großkroniger Baum pro 4 Stellplätze vorgesehen werden.
- Eine Baumschutzsatzung soll auf den Weg gebracht werden:
- Schonender Beschnitt von Bäumen und Sträuchern ist für uns ebenso selbstverständlich wie das Anpflanzen eines neuen Baumes, wenn ein alter Baum gefällt werden muss.
- Bei der Auswahl der Baumarten ist auf deren Eignung für das sich ändernde Klima zu achten.
- Die Gemeinde kann Erhaltungspatenschaften für großkronige Laubbäume o.ä. auf Privatgrundstücken übernehmen.
Wir setzen uns dafür ein, dass die Grünflächen der Gemeinde ökologisch aufgewertet werden, um damit die Artenvielfalt zu erhalten.
- Ein Kataster gemeindeeigener Flächen, auf denen eine Begrünung bzw. Aufwertung einer Begrünung möglich ist, schafft einen Überblick. Nicht genutzte versiegelte Flächen werden sukzessive zurückgebaut und ökologisch aufgewertet, Straßenquerschnitte werden überprüft.
- Der Einsatz von Pestiziden oder künstlichen Düngestoffen wird auf öffentlichen Flächen untersagt.
- Der Pflegeaufwand für extensive Grünflächen im öffentlichen Bereich ist zwar geringer als der von intensiv gepflegten Flächen, dennoch bedürfen auch diese Flächen einer regelmäßigen Aufmerksamkeit.
- Der Bereich von ehrenamtlichen Grünpflegepatenschaften soll weiter ausgebaut werden und die Pat*innen zu ökologisch wertvoller Pflege von öffentlichen Flächen beraten werden.
- Bei der privaten Grundstücksgestaltung wollen wir die Bürger*innen unterstützen: Alternativen, die Artenvielfalt ermöglichen, sollen durch Beratung und Wettbewerbe (schöner Dorfteil/schöne Straße) gefördert werden.

Vereine & Ehrenamt
Vereine und Ehrenamt
Ein lebendiges und lebenswertes Gemeinwesen ist geprägt von Bürger*innen, die sich einbringen. In Algermissen, Bledeln, Groß Lobke, Lühnde, Ummeln und Wätzum engagieren sich viele Menschen in Sportvereinen, Jugendarbeit, Kultur- und Musikvereinen, sozialen Organisationen, im Umweltschutz, in der Politik, bei der Feuerwehr, in Kirchen, Initiativen und vielem mehr. Dieses Engagement ist freiwillig, nicht auf materiellen Gewinn gerichtet und dient vielen Menschen. Wir GRÜNEN verstehen dies als einen wertvollen Beitrag zur Förderung von Solidarität und Gemeinsinn in unserer Gesellschaft und dieser verdient deshalb hohe öffentliche Anerkennung. Besonders der Alltag in einer Pandemie hat gezeigt, wie wichtig das soziale und gemeinschaftliche Leben ist, dieses muss unbedingt wieder weitergeführt werden, um die Gemeinschaft zu stärken. Besonders für junge Menschen ist die Begegnung mit ihrer Peergroup (Gruppe Gleichaltriger) wichtig. Aber auch der Generationendialog wird durch Ehrenamt und Vereine gefördert und diese bieten einen wichtigen Punkt der Begegnung innerhalb unserer Gemeinde.
Ehrenamtliches Engagement formt aktiv das Leben in Algermissen und muss wahrgenommen und unterstützt werden.
- Die Ehrenamtskarte als Angebot für ehrenamtlich aktive Bürger wird aktiv gefördert.
- Die für den Vereinssport notwendige Infrastruktur wird erhalten. Die Vereine werden bei der Investition in die Klimaneutralität unterstützt.
- Ortsteilübergreifende Angebote und Berührungspunkte sollen gefördert werden.
- Für neue Bürger*innen oder Interessierte werden Informationen und Kontaktmöglichkeiten analog und digital bereitgestellt.

Verwaltung
Moderne Verwaltung
Eine moderne Verwaltung muss Dienstleisterin und Partnerin der Bürger*innen sein. Dazu muss sie personell und technisch gut ausgestattet sein. Moderne Verwaltung steht für Bürger*innennähe, kurze Wege, höhere Qualität und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse. Dabei kommt es nicht zuletzt auf eine konsequente Umsetzung der Möglichkeiten der Digitalisierung an. Eine digitale Verwaltung darf sich jedoch nicht damit begnügen, einfach nur bestehende Vorgänge zu digitalisieren. Die Verwaltung soll besser, dynamischer, niederschwelliger und bürger*innennäher werden. Der digitale Behördengang muss durch seine Ausgestaltung für möglichst alle Menschen beherrschbar sein (s. Barrierefreiheit). Selbstverständlich müssen die Verwaltungsdienstleitungen unserer Gemeinde auch weiterhin in vollem Umfang analog zur Verfügung stehen.
Die Gemeinde Algermissen muss den Weg zur modernen Verwaltung konsequent gehen.
- Die Mitarbeiter*innen der Verwaltung werden konsequent für die Aufgaben einer digitalen Verwaltung fortgebildet.
- Alle geeigneten Behördendienstleistungen der Gemeinde Algermissen werden, wie im Onlinezugangsgesetz gefordert, bis spätestens 2022 digital angeboten. Die Gemeinde Algermissen verfolgt das Ziel der papierarmen Verwaltung.
- Im Rahmen einer E-Government-Strategie wird
- der Internetauftritt der Gemeinde zu einem Bürgerportal weiterentwickelt und die Möglichkeit geschaffen, Anträge vollständig online bei der Gemeinde einzureichen.
- die Einführung einer Gemeinde-App geprüft. Diese bietet neben dem Fokus E-Government, welcher z. B. die Möglichkeit Termine zu buchen bietet, weitere wichtige Informationen der Gemeinde, Veranstaltungen, Hilfs- und Unterstützungsangebote, Adressen von Vereinen und Unternehmen, sowie Kollaborationsmöglichkeiten für die Bürger. Auch eine Integration in den örtlichen Katastrophenschutz ist zu prüfen.
- Die Gemeinde Algermissen hat Vorbildfunktion auch bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen. Deshalb treten wir für die Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards ein. Waren und Dienstleistungen, die in der Region verfügbar sind, sollten prioritär regional beschafft werden.
- Die Gleichberechtigung von Frauen in der Verwaltung hat hohe Priorität und wird aktiv durch die Gemeinde gefördert, auch insbesondere bei der Besetzung von Führungspositionen.
- Die Gemeinde Algermissen versteht sich als moderner und integrativer Ausbildungsbetrieb, der Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt fördert, um Fachkräftemangel zu begegnen und Diversität in der Arbeitswelt zu schaffen.
- Die Gemeinde ermöglicht ihren Mitarbeitenden und Auszubildenden unbefristete Festanstellungen.
- Die Bürger*innen haben ein Anrecht auf größtmögliche Transparenz politischer Entscheidungen.
Wir setzen uns daher für öffentliche Ratssitzungen ein, die im Internet gestreamt werden.
Kommunale Wirtschaftspolitik
Grün ist Wirtschaftspolitik mit Weitblick. Wir GRÜNE stehen für eine vielfältige Wirtschaft vor Ort, die langfristig gute Arbeits- und Ausbildungsplätze schafft. Eine Wirtschaft, die bei Umweltproblemen Teil der Lösung statt Teil des Problems ist. Für uns GRÜNE gehört zwischen Wirtschaft und Umwelt kein „oder“. Dabei gilt es, Umwelt und Klimaschutzanforderungen nicht als Hindernis, sondern als Chance zu begreifen, dass Geschäftsmodelle langfristig nachhaltig aufgestellt werden müssen, um neue Märkte zu erschließen. So werden Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort geschaffen und gesichert. Wir setzen uns für eine verstärkte Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie von Startups ein, insbesondere bei innovativen Projekten, Digitalisierungsvorhaben und beim Aufbau neuer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze. Unser Algermissen soll eine grünere Kommune werden. Wir wollen für mehr Lebensqualität sorgen und damit zu einer Attraktivitätssteigerung für alle in Algermissen beitragen.
Die Sicherung von Fachkräften wird zunehmend zu einem bedeutsamen Standortfaktor. Um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten gehören eine gute öffentliche Infrastruktur, ein breites kulturelles Angebot, Familienfreundlichkeit und nicht zuletzt eine intakte Umwelt zu den wesentlichen Faktoren, die Algermissen für diese attraktiv werden lassen.
Fläche ist nicht vermehrbar! Deshalb setzen wir GRÜNEN uns für den sparsamen Umgang auch mit den gewerblich genutzten Flächen ein. Wir wollen ein Gewerbeflächenmanagement das in Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen auf einen sparsamen Umgang mit der Fläche setzt, statt sich mit vermeintlich attraktiven Ansiedlungsangeboten gegenseitig zu unterbieten.
Der stationäre Einzelhandel gerät auch in unserer Kommune durch den rasant wachsenden Online-Handel unter Druck. Wir wollen daher den Aufbau einer regionalen Vermarktung z. B. durch eine Online-Plattform fördern, damit auch unsere örtlichen Einzelhändler*innen ihre Kundschaft online informieren und von der Kombination aus digitaler Information, Beratung vor Ort und schneller Verfügbarkeit der Ware profitieren können.
Auch die Gemeinde Algermissen mit seinen Menschen ist Teil der globalen Strukturen. Durch Lieferketten stehen wir alle auch in unseren Dörfern in direkter Verbindung zu nahezu allen Ländern auf der Welt und nehmen daher regelmäßig Einfluss auf die Lebensbedingungen auch dort. Daher setzen wir GRÜNE uns ein für einen fairen Handel. Die Gemeinde soll Impulsgeber werden für die Initiative „Fairtrade-Town“. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für die Auswirkungen unseres Lebens (Das Siegel für fairen Handel: Fairtrade Deutschland (fairtrade-deutschland.de). Verantwortungsvoller Einkauf bekämpft Fluchtursachen in aller Welt.
Der Einzelhandel in den Ortsteilen ist nur schwach ausgeprägt. Insbesondere ist das Angebot der Nahversorgung nur in Algermissen und Groß Lobke vorhanden. Durch kreative Impulse wollen wir GRÜNEN auch Anregungen geben, Nahversorgung auch in den Ortsteilen aufzubauen. Dorfläden sind gute Möglichkeiten zur Stärkung des sozialen Miteinanders und sichern die Nahversorgung mit kurzen Wegen. Hierdurch bieten sich auch gute Möglichkeiten für die Vermarktung lokaler Produkte.
Coworking-Spaces stellen eine Grundaustattung für Büro-Arbeitsplätze. Sie ermöglichen sowohl Home-Office-Arbeitnehmer*innen als auch Start-up-Unternehmen sich Arbeitsplätze zu teilen und so Ressourcen zu schonen. Wir GRÜNEN setzen uns dafür, dass solche Möglichkeiten auch in der Gemeinde Algermissen etabliert werden.
Finanzen
Die Investitionen in eine zukunftsfähige Gemeinde, z. B. in den klimaneutralen Standard der gemeindeeigenen Gebäude, bedeuten eine immense Kraftanstrengung für den Gemeindehaushalt.
- Daher ist eine gut strukturierte Fördermittelakquise wichtig, um von Fördermittelprogrammen von Bund und Land dauerhaft zu profitieren
- In diesem Zusammenhang soll eine gemeinsame Fördermittelakquise mit den ILEK-Gemeinden soll geprüft werden.
Weitere Investitionskredite werden sich dennoch nicht vermeiden lassen, um die Gebäudeausstattung
der Gemeinde zu modernisieren.
Um die Akzeptanz der Investitionen und der etwaigen Kredite zu erhöhen, fordern wird eine transparente Debatte. Die Vorstellung der Haushaltspläne und die Diskussionen sind öffentlich zu führen.


